ONLINE BUSINESS ARCHITECTURE

7 digitale Geschäftsmodelle für erfahrene Unternehmer

Sieben digitale Geschäftsmodelle, die eigene Nachfrage erzeugen und ohne fremde Plattform auskommen. Welches Modell zu welcher Ausgangslage passt.

  • MANUEL HORN · FOUNDER
  • REDAKTIONELLER ARBEITSSTAND
  • DACH PERSPECTIVE
Quick Answer: Ein digitales Geschäftsmodell ist ein Geschäftsmodell, dessen Kundenzugang, Leistung oder Erlös überwiegend digital entsteht. Für erfahrene Unternehmer kommen sieben Modelle in Frage, die ein eigenes Asset aufbauen: Leadportal, Fachportal, regionale Leadgenerierung, Software im Abonnement, Marktplatz, Owned Media und die digitalisierte Dienstleistung mit wiederkehrenden Einnahmen.
  1. 01Alle sieben Modelle haben gemeinsam, dass Domain, Inhalte und Kundenzugang dem Unternehmen gehören.
  2. 02Das passende Modell ergibt sich aus dem, was der Unternehmer mitbringt: Fachwissen, Netzwerk, Prozess oder Kapital.
  3. 03Kein Modell funktioniert ohne geprüfte Nachfrage. Die Prüfung kommt vor dem Bau.

Was ein digitales Geschäftsmodell ausmacht

Ein digitales Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen über digitale Kanäle Kunden gewinnt, eine Leistung erbringt und damit Geld verdient. Die Website ist dabei nicht das Modell, sie ist ein Werkzeug. Das Modell ist die Antwort auf drei Fragen: Woher kommt die Nachfrage, was bekommt der Kunde, und wofür zahlt er.

Die sieben Modelle unten teilen eine Eigenschaft: Sie bauen einen Zugang zu Kunden auf, der dem Unternehmen gehört. Modelle, bei denen dieser Zugang einer fremden Plattform gehört, etwa der Verkauf über einen Marktplatz Dritter oder die Reichweite über ein soziales Netzwerk, fehlen hier mit Absicht. Sie können funktionieren, sie bauen aber kein eigenes Asset.

Die sieben Modelle

Leadportal: Eine Website zu einem Thema, die Anfragen bündelt und an Anbieter vermittelt oder selbst bedient. Nachfrage entsteht über Suchmaschinen. Passt, wenn ein Thema mit regelmäßiger Suchnachfrage vorhanden ist und Anfragen einen Wert haben.

Fachportal: Ein Portal, das zu einem Fachgebiet Wissen, Vergleiche und Werkzeuge anbietet und über Leads, Partnerschaften oder eigene Leistungen verdient. Passt, wenn echte Expertise vorhanden ist und das Thema erklärungsbedürftig ist.

Regionale Leadgenerierung: Ein Portal, das dasselbe Thema für viele Regionen abbildet und lokale Anfragen erzeugt. Passt, wenn die Leistung ortsgebunden ist und in vielen Regionen gleich gebraucht wird.

Software im Abonnement: Ein digitales Produkt, das ein wiederkehrendes Problem löst und monatlich bezahlt wird. Passt, wenn ein Prozess aus dem eigenen Fachgebiet bekannt ist, den viele Unternehmen gleich lösen müssen, und Kapital für Entwicklung und Vertrieb vorhanden ist.

Marktplatz: Ein Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammenfinden und der an der Vermittlung verdient. Passt, wenn Zugang zu einer der beiden Seiten bereits besteht. Ohne diesen Zugang ist der Marktplatz das schwerste der sieben Modelle.

Owned Media: Ein Medium zu einem Fachthema, das Reichweite und Vertrauen aufbaut und über Leads, Lizenzen oder Produkte monetarisiert. Passt, wenn Expertise und Ausdauer vorhanden sind, weil Erlöse spät kommen.

Digitalisierte Dienstleistung: Eine Beratungs- oder Dienstleistung, die in ein wiederkehrendes, standardisiertes Angebot übersetzt wird und ihre Kunden über eigene Inhalte gewinnt. Passt, wenn ein bestehendes Dienstleistungsgeschäft skalieren soll, ohne mit jedem Kunden von vorn zu beginnen.

Wie das passende Modell gefunden wird

Vom Unternehmer aus, nicht vom Modell aus. Wer Fachwissen in einem Thema mit Suchnachfrage hat, landet beim Fach- oder Leadportal. Wer einen wiederkehrenden Prozess kennt, bei der Software. Wer ein Netz aus Anbietern oder Kunden hat, beim Marktplatz. Wer eine Dienstleistung skalieren will, bei der digitalisierten Dienstleistung.

In jedem Fall steht vor dem Bau die Prüfung der Nachfrage anhand realer Suchdaten. Ein Modell, für das niemand sucht, ist eine Hoffnung. Wie diese Prüfung abläuft und wie daraus ein Aufbau in fünf Phasen wird, beschreibt der Leitfaden Online Business aufbauen.

Fachlicher Zusammenhang: Online Business Architecture

Leitfaden: Digitale Assets: Website und Domain als Vermögenswert

Dieser redaktionelle Arbeitsstand dient der allgemeinen Einordnung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer-, Patent- oder sonstige Fachberatung.

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